Wanderreitschabracke "Immenhausen"
Wanderreitschabracke "Wallenstein"
Wanderreitschabracke "Kassel"


Wanderreiten in der Geschichte

Im Mittelalter reisten Vornehme und Wohlhabende zu Pferd ähnlich wie heutige Wanderreiter, im Unterschied zum gemeinen Volk, Mönchen und Studenten, die zu Fuß gingen. Jahrhundertelang waren Reisen zu Pferdnichts besonderes. Goethe pflegte zu unterschiedlichen Anlässen lange Strecken im Sattel zurückzulegen - und schrieb: Laßt mich nur auf meinen Sattel gelten! / Bleibt in euren Hütten, euren Zelten! / Und ich reite froh in alle Ferne, / über meiner Mütze nur die Sterne.

 

Als berühmtester Wanderreiter gilt der Schweizer Aimé Félix Tschiffely, der 1925 aus Buenos Aires, Argentinien 10.000 Meilen nach Washington DC, USA, ritt und über den alle Zeitungen berichteten. In den Zeiten, da die Massenmotorisierung sich durchsetzte, galt dies als Sensation.

 

Die Wiederentdeckung des Wanderreitens als Freizeittätigkeit - also abseits jeder transporttechnischen Notwendigkeit - ist eine junge Idee ohne entsprechende Wurzeln in den Reformbewegungen, wie sie für die Wandervereine typisch ist. Erst ende des vorigen Jahrtausends entwickelten formen des Pferdesports, die die Idee einer Partnerschaft zwischen Pferd und Mensch, jenseits der damals etablierten turniersportformen, in den Mittelpunkt stellten, Breitenwirkung. Als eine typischer Versuch der Institutionalisierung der Bewegung aus dieser Zeit ist der "deutsche Reitpfad Nummer 1", der in den 1980er Jahren angelegt wurde und "von der Weser bis zum Neckar" führen sollte, aber nur teilweise umgesetzt und mittlerweile aufgegeben ist. Auch der gesellschaftliche Trend zur Wiederentdeckung der Wallfahrt auf Pilgerwegen färbt auf das Wanderreiten ab, da sich die Infrastruktur meist gut eignet und Pilgern zu Pferde aufgrund des historischen Vorbildes einen hohen Status genießt.

 

Aus Organisationsentwicklungssicht kann die Phase, in der sich die "Wanderreitszene" heute befindet, als Pionierphase betrachtet werden. Dies und die der Natur nach regionale Tätigkeit führt zu vielen begonnenen und wieder aufgegebenen Versuchen und begrifflichen Unschärfen. Eine Institutionalisierung findet nur langsam statt. "Herrenlose Wege" ( markierte, aber nicht mehr gepflegte Wege), fehlende Standards bei Wegführern etc. sind typische Zeichen dieser sich erst langsam etablierenden Institutionalisierung. Entsprechend stößt der Wanderreiter meistens auf hohes Engagement der Beteiligten, kann jedoch nicht mit einem durchstrukturierten Angebot und zentral standardisierten Informationen rechnen.

 

( Quelle: Wikipedia)